Verkehrsdemo am 17. September

Tempo 30 auf der Hauptstraße war ein großer Erfolg, ist allerdings erst der Anfang. Wie können wir uns vom Schwerlastverkehr, dem nächtlichen Straßenlärm und der Luftverschmutzung befreien? Wann werden endlich die fehlenden Fahrrad- und Fußwege gebaut? Antworten auf diese Fragen suchen die unterschiedlichsten Akteure aus Rosenthal, Niederschönhausen und Wilhelmsruh. Am 17. September wird als Ausdruck unserer Forderung nach einem Verkehrskonzept, das den Menschen in den Mittelpunkt rückt, auch in unserem Kiez demonstriert. Jeder, den diese Problematik umtreibt, ist herzlich eingeladen, dabei zu sein.

Hier sind weitere Informationen im Flyer zusammengefasst.

Update August

Liebe Leser,

auf den letzten Drücker erreicht euch das August-Update unserer Initiative. 😊

Dieser Monat hatte es wirklich in sich. Lebensereignisse, wie Einschulung, Kita-Wechsel, Konfirmation und Hochzeiten machten den August zu einer echten Herausforderung. Und dennoch haben wir uns wieder stark gemacht für unseren Kiez!

Bestandserhebung

Nach dem Kick-Off-Meeting im Juni, der Begehung der Hauptstr. im Juli, folgte Anfang August das 1. Arbeitstreffen mit dem Fachbüro „die raumplaner“ (https://die-raumplaner.de/). Dieses unterstützt uns die Attraktivität und Aufenthaltsqualität der Hauptstr. zu verbessern.
Mit dieser Zielsetzung ist der 1. Schritt eine Bestandsaufnahme der aktuellen gewerblichen Situation festzuhalten. Hierfür haben wir eine RIESIGE Excel-Datei erhalten, die es galt auszufüllen. Viele ganz fleißige Wilhelminen und Wilhelms sind durch Wilhelmsruh gezogen und haben die Ladenbesitzer interviewt und recherchiert um eine möglichst gute Datenbasis und -qualität zu erlangen.
Diese Bestandsaufnahme werden wir jährlich aktuell halten um Verbesserungen und Verschlechterungen auf Datenbasis nachweisen zu können.
Das Fachbüro wird außerdem Informationen zur Kaufkraft in Wilhelmsruh liefern, so dass am Ende dieses Dokument auch dazu dient potentiellen neuen Ladenbesitzern eine Entscheidungshilfe zu bieten sich in Wilhelmsruh niederzulassen.

Netzwerk

Die raumplaner waren auch Ideengeber und Türöffner für unsere Teilnahme an der AG RPV (ich habe bis heute keine Ahnung wofür RPV steht).
Hierbei handelt es sich um eine fachübergreifende Ämterrunde des Bezirks Pankow bei dir wir als Gäste in kleiner Zahl uns und unsere Projekte/Ideen vorstellen durften.
Ein wunderbare Gelegenheit unserer Initiative ein Gesicht in den Augen der Pankower Verwaltung zu verleihen, und andersherum ganz genauso. 
Wir konnten das Bezirksamt für viele unserer Themen sensibilisieren und haben einige Tipps erhalten. Da wir keine Mecker-Initiative sind, sondern konstruktive mit Behörden zusammenarbeiten wollen, war dies eine wichtige Veranstaltung.

Verkehrsdemo

Das andere wirklich große Thema, welches uns zur Zeit umtreibt, ist die Unterstützung der drei Verkehrsdemos.
Verschiedene Akteure, die für eine nachhaltigere Verkehrsentwicklung im Pankower Norden streiten, organisieren zur Zeit Verkehrsdemos (eine von Dreien war schon).
Wilhelmsruh geht am 17.9. auf die Straße und lehnt sich gegen den Schwerlasttransport auf!
Eine attraktive Hauptstr. mit Aufenthaltsqualität ist mit 40-Tonnern, die durch Wilhelmsruh scheppern, einfach nicht möglich. Und deshalb organisieren und helfen viele Mitglieder von uns.
Ab September gehen noch stärker in die Werbeoffensive für unsere Wilhelmsruh-Demo.

Wenn ihr euch auch für euren Kiez stark machen wollt, oder jemanden kennt, der uns kennenlernen sollte 😉, dann schreibt uns einfach an info@wilhelm-gibt-keine-ruh.de.

Es ist so viel Arbeit, dass wir jede Hand, jeden Kopf brauchen. 

Ganz konkret brauchen wir Hilfe bei folgenden Punkten:
* Organisation, Recherche und Planung
* Projektleitung
* Öffentlichkeitsarbeit
* Unterstützung beim Werben für die Verkehrsdemo

Ich wünsche euch einen tollen Start in den September,
André

Endlich Tempo 30 in der Hauptstraße!

Liebe WilhelmsruherInnen, es ist ein Riesenerfolg: nach langem Warten hat die Verkehrslenkungsbehörde (VLB) unseren Antrag auf Tempo 30 in der Hauptstraße genehmigt!   Hier der entsprechende Passus aus dem Antwortschreiben, das uns heute erreichte:

„Ich beabsichtige aus Gründen der Verkehrssicherheit und aus Lärmschutz durchgängig sowie zeitlich unbefristet Tempo 30 zwischen Kopenhagener Straße und Schillerstraße anzuordnen.“

Antwortschreiben der Verkehrslenkungsbehörde vom 11.03.2020

Wir sind glücklich und stolz auf diesen Erfolg! Es ist ein großer Schritt hin zu einem belebten Ortskern. Der geplante Straßenabschnitt umfasst den Bereich von der Kopenhagener Straße bis zur Schillerstraße. Hier liegen untern anderem das zukünftige Eiscafé, das Kindercafé, das Restaurant, der Blumenladen, mehrere Kitas, der Edeka und der Kirchenvorplatz. Hier werden wir in Zukunft von weniger Lärm und weniger Autorstress belastet, das ist so toll!

Es zeigt uns, dass wir als Bürger etwas erreichen können, wenn wir uns für unsere Belange, für unsere Gesundheit und Sicherheit und die unserer Kinder einsetzen.

© Riecher 2020

Leider umfasst die aktuelle Anordnung nur die Hauptstraße bis zur Kopenhagener Straße, wir würden uns jedoch ein durchgehendes Tempolimit ab dem S-Bahnhof Wilhelmsruh wünschen. Am Ende der Hauptstraße befindet sich der Neubaukomplex von der Gesobau (Kopenhagener Straße 99 bis 103) und die Kita Pankebären, sowie der Straßenübergang mit Mittelinsel. Der Kita-Eingang befindet sich in der Straße 33, wo dann kein Tempolimit mehr gilt. Wir befürchten sogar, dass hier das Abbremsen und Beschleunigen der Autos die Lärm- und Feinstaubbelastungen direkt vor der Kita und dem Wohnhaus noch steigern werden. Eine erhöhte Sicherheit für diese Kita-Kinder und Anwohner ist somit leider noch nicht erreicht.

Wir hoffen sehr, dass dieser Bereich noch miteingeschlossen wird in die Anordnung. Auch die Kitaleitung selbst könnte aktiv ein Tempolimit beantragen, ebenso die Anwohner aus dem Gebäudekomplex der Kopenhagener Straße 99 – 103. Eine Vorlage haben wir für beide Gruppen erstellt und unten verlinkt:

Außerdem erteilt uns die Verkehrslenkungsbehörde (VLB) eine Absage zum geforderten LKW-Fahrverbot mit folgender Begründung:

„Die Hauptstraße ist eine dem öffentlichen Verkehr uneingeschränkt gewidmete Straße. Sie verbindet nicht nur Wohngebiete miteinander, sondern auch Industrie- und Gewerbegebiete. Im Bereich der Kopenhagener Straße von Flottenstraße bis zum S-Bahnhof Wilhelmsruh befindet sich ausschließlich Gewerbegebiet. Die ausliefernden Lastkraftwagen, müssen dazu auch die Hauptstraße befahren.“

Antwortschreiben der Verkehrslenkungsbehörde vom 11.03.2020

Wir meinen: Die LKWs müssen gar nicht zwingend durch ein Wohngebiet fahren, sondern können über besser geeignete Straßen ausweichen: Die B96 und B96a.

Die Verkehrslenkungsbehörde hebt in ihrem Bescheid selbst ausdrücklich hervor:

„Im Berliner Streckennetz für Großraum- und Schwertransporte ist die Hauptstraße in Wilhelmsruh nicht enthalten.“

Antwortschreiben der Verkehrslenkungsbehörde vom 11.03.2020

Diese Stellungnahme widerspricht leider der Realität. Diese liegt bei mindestens 19 Schwertransportern pro Tag (zwei Container auf je einem Lkw mit Anhänger)! Dieses Thema wurde bereits 2018 in einem Brief des MdA Hofer (SPD) an die BSR und ALBA zum Ausdruck gebracht.

Für die Umsetzung des Tempo-30-Limits auf der Hauptstraße wurden von der Verkehrslenkungsbehörde (VLB) die erforderlichen, gesetzlich vorgeschriebene Anhörungs-/Anordnungsverfahren gegenüber dem zuständigen Straßen- und Grünflächenamt Pankow und der Polizei eingeleitet. Es kann allerdings noch etwas Zeit vergehen und wir warten bis dahin mit Vorfreude auf die Tempo 30 Schilder!

Der erste Erfolg (Tempo 30 in der Hauptstraße) spornt uns an, unsere Vision einer Mobilitätswende weiterzuverfolgen. Wir alle können gemeinsam dazu beitragen, dass der Verkehr eingedämmt wird. Unterstützt mit uns den seit Jahren aktiven Verein für nachhaltige Verkehrsentwicklung Pankow! Auf der Internetseite sind umfangreiche Informationen zum Thema Verkehr in Wilhelmsruh und Rosenthal versammelt. Liebe WilhelmsruherInnen, macht mit bei den Aktionen und beantragt als AnwohnerIn in eurer Straße Tempo 30, wenn diese noch nicht in den geplanten Bereich fällt.

Weitere Informationen zum Thema Verkehr
© Riecher 2020